Die Kreis-SPD nachhaltig geprägt

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Gerd Teßmer zum Kreisehrenvorsitzenden der SPD ernannt – Feierstunde im Mosbacher Kultur- und Begegnungszentrum „fideljo“

Rhein-Neckar-Zeitung. Die SPD Neckar-Odenwald würdigte am Mittwochabend im Kultur und Begegnungszentrum „fideljo“ die Verdienste ihres langjährigen Kreisvorsitzenden Gerd Teßmer mit der Ernennung zum Kreisehrenvorsitzenden.

Der Feierstunde wohnte eine Vielzahl von Ehrengästen bei, darunter Landrat Dr. Achim Brötel sowie zahlreiche Bürgermeister aus dem Kreis und der ehemalige Innenminister Baden-Württembergs, Reinhold Gall, ein Weggefährte Teßmers, wie zahlreiche Genossinnen und Genossen mit der Vorsitzenden der SPD-Kreistagsfraktion, Heide Lochmann, an der Spitze. SPD-Kreisvorsitzender Jürgen Graner hieß sie alle willkommen und unterstrich die Besonderheit dieser Feier, denn erst das zweite Mal zeichnet die Kreis-SPD ein Mitglied mit dem Titel des Kreisehrenvorsitzenden aus.
Aufbauarbeit leistete der Geehrte, erinnerte Graner und würdigte insbesondere Gerd Teßmers Wirken in den 70er und 80er-Jahren, als er unter sehr schwierigen Bedingungen die SPD im Kreis zu einer etablierten Partei gemacht habe. In vielen Orten im Kreis sei er an der Gründung von SPD-Ortsvereinen beteiligt gewesen, 1971 schon in Binau, wo er bis heute als Vorsitzender die Geschicke des Ortsvereins lenke. Teßmer sei es auch zu verdanken gewesen, dass es mit dem Besuch von Willy Brandt in Dallau im Jahr 1976 zur bislang größten SPD-Veranstaltung im Kreis kam.
Ein Zitat von Willy Brandt sei es auch, das Teßmers Wirken am besten beschreibe: „Nichts kommt von selbst. Und nur wenig ist von Dauer. Darum besinnt Euch auf Eure Kraft und darauf, dass jede Zeit eigene Antworten will und man auf ihrer
Höhe zu sein hat, wenn Gutes bewirkt werden soll.“ Dass Teßmer für die SPD im Kreis viel Gutes bewirkt hat, betonte Graner und stellte auch das Durchhaltevermögen des Geehrten und dessen Einsatz für die Friedenspolitik heraus.


Für Laudatorin MdB Dr. Dorothee Schlegel ist Teßmer nicht nur ein Parteigenosse, sondern „ein besonderer Mensch“. Teßmer sei in vielerlei Hinsicht ein politisches Vorbild für sie, beispielsweise darin, manchmal mehr als deutliche und klare Worte zu sprechen, und er habe ihr klargemacht, wie wichtig es sei, bei den Menschen in den Vereinen aktiv zu sein.
Das Leben und politische Wirken Teßmers sei ein Spiegelbild der SPD und sozialdemokratischer Inhalte. Teßmer, 1945 in Ostpreußen geboren, habe mit vielen Problemen nach Flucht und Ankunft im Westen kämpfen müssen, ähnlich wie die SPD immer wieder gegen Widerstände zu kämpfen habe. „Du hast Dich früh für andere und schwächere eingesetzt“, würdigte Schlegel das vorbildliche bürgerschaftliche Engagement Teßmers. Als SPD-Kreisvorsitzender (1978 - 2003) habe er die Kreis-SPD nachhaltig geprägt und überall seine Spuren hinterlassen. Teßmer habe sich engagiert um den ländlichen Raum gekümmert und früh schon Anstöße für eine neue Energie- und Verkehrspolitik gegeben.
Auf den Kämpfer für Freiheit, Solidarität und Gerechtigkeit stieß die Laudatorin gemeinsam mit den Gästen an, und gemeinsam mit dem von Rolf Nohe geleiteten Projektchor stimmte man „Die Gedanken sind frei“ an.
Der langjährige Landtagsabgeordnete (1984-2006) zeigte sich angetan ob der Resonanz auf die Einladung zu dieser Feier und freute sich über die Präsenz so vieler Persönlichkeiten, ehe er an seine Kindheit erinnerte und auch festhielt, dass er und seine Mutter als Ostflüchtlinge nicht gerade mit offenen Armen empfangen worden seien. Anfang der 1950er-Jahre in Eberbach gelandet, habe er sich schnell in die Gemeinschaft eingebracht, trat verschiedenen Vereinen bei.


„Als Jugendlicher hatte ich viele Möglichkeiten, mich auch politisch zu orientieren“, so Teßmer. Die markigen Parolen konservativer Funktionäre erschienen ihm jedoch phrasenhaft und rückwärts gerichtet. In dieser Situation seien Ende der 60er-Jahre Willy Brandt und die SPD ins Rampenlicht getreten und hätten glaubwürdig verkündet, dass es an der Zeit sei, Realitäten anzuerkennen, mit den Völkern Osteuropas Versöhnung anzustreben und neue Beziehungen aufzubauen. Heimatvertriebenen habe man das Recht auf ihre Heimat nicht genommen. All dies sei „revolutionär“ gewesen und habe den Parolen der Konservativen widersprochen. „Diese Politik wollte ich mitgestalten“, erklärte Teßmer, warum er in die SPD eintrat und sich hier engagiert(e). Ein echter Odenwälder werde er wohl nie, doch er freue sich, ein gleichberechtigtes Mitglied der Neckar-Odenwälder Gesellschaft zu sein. „Durch meine Vergangenheit weiß ich, wie es Flüchtlingen, Heimatlosen und Benachteiligten ergeht. Meine klare Meinung ist: Wer Hilfe braucht, muss Hilfe kriegen. Egal welche Religion, oder obmit oder ohnePass!“, betonte Teßmer unter Beifall.
Ehe er abschließend seiner Frau Heide, seiner Familie sowieWeggefährten für gewährte Unterstützung dankte, wünschte er sich eine starke SPD und rief, an Willy Brandt erinnernd, den Genossen zu: „Besinnt Euch auf Eure Kraft!“

MdL Georg Nelius würdigte das Wirken Teßmers mit den Worten: „Du bist immer vorangegangen, danke!“, und sprach besonderen Dank aus an den Organisator des Abends, Kenneth Weidlich, sowie an den Projektchor, ehe mit dem „Badnerlied“ die Feier ausklang.

 

Bilder: Kenneth Weidlich

 

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